Mach dich bereit. Brich auf!

 

 

Trotz der notwendigen Auflagen wegen der Corona-Pandemie fanden sich nahezu 70 Personen aus Nah und Fern am Hausacher „Cruz de Ferro“ auf dem Sattel zwischen dem Hauserbach und dem Sulzbach zur vorgezogenen Pilgermesse zum Jakobusfest ein. Vom 1-jährigen Jakob bis zum 86- jährigen Paul haben sich alle Altersgruppen auf den Weg gemacht.

 

Die Fußpilger trafen sich am Jakobusbrunnen an der Dorfkirche. Nach einem kurzen Impuls führte der Weg über den Pfarrberg hinauf zum Eisenkreuz. Mit großem Aufwand war der Platz vorbereitet worden, mit Bänken und Stühlen versehen, um den notwendigen Abstand zu garantieren.

 

Wie am spanischen Rabanal-Pass, wo seit Jahrhunderten das ursprüngliche Pilgerkreuz, das „Cruz de Ferro“ steht, an dem die Pilger ihre Bitten, Wünsche und ihren Dank in Form eines Steines ablegen, so praktizierten es auch die Pilger.

 

Der Gottesdienst mit einfühlsamen und lebensnahen Texten wurde musikalisch umrahmt von Margarete Assmus, Luitgard Buchholz und Ursula Kumpf. Die Mitfeiernden bedauerten es sehr, nicht mit der Gruppe mitsingen zu können, hatten aber Verständnis, dass der besonderen Situation Rechnung getragen werden muss. In seiner Predigt ging Pfarrer Christoph Nobs auf die Herausforderungen des Pilgerweges ein, den die Gesellschaft, vor allem aber auch die Kirche zu gehen haben. Ein Verharren im Jetzt wird nicht erfolgreich sein, entsprechend der Aufforderung aus der Lesung: „Leg ab die Fesseln ausgetretener Pfade und fliehe vor den Lebenslügen“.

 

Die Fürbitten wurden von erfahrenen Pilgern gelesen. Nach Segen und Schlusslied wartete noch eine besondere Zugabe. Die lange Zeit der Einschränkungen hat verstärkt die Notwendigkeit spüren lassen, dass Kontakte Lebenselixier sind. Jeder empfindet wie wichtig Familie, Freunde, Nachbarn und Mitchristen sind. Passend zu dieser Situation trug die Gitarrengruppe das Lied  „Gut wieder hier zu sein“ vor:

 

Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen

 

Gut wieder hier zu sein – gut euch zu sehen

 

Mit meinen Wünschen, mit meinen Fragen

 

Fühl ich mich nicht allein

 

Gut euch zu sehn.

 

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende der „Kinzigtäler Jakobusfreunde“ Gerhard Junker mit einem Fläschchen „Kinzigtäler Jakobuswein“ bei allen, die zum Gelingen beigetragen haben.

 

Viele positive Rückmeldungen lassen hoffen, sich auch im kommenden Jahr an diesem Kraftort zum gemeinsamen Beten und Singen zu treffen.

 

Manfred Schoch

Juli 2020