Wegpate und "Schilderpapst" vom Kinzigtal


Wie hatte es Gerhard Junker so treffend an der Open Air Messe am "Cruz de Ferror" gesagt, als er von seinem verstorbenen Freund und Jakobuspilger Horst Heitz eine nachdenkliche Rede gehalten hatte:

 

"Horst, wenn Du nufkommst, redsch mit dem Jakobus, .... und wenn er mir net Leut besorgt, die mir helfe, stirbt das Ganze. Ich kann nimme, ich werde bald 77, es geht nimme.

 

Und ich muss euch sagen, der Horst ist jetzt 2 Jahre tot, er hat mir Koryphäe geschickt, wenn ich an die zwei Schoch´s denk, an de Schmid Franz, .... da hät ma vorhin ä Mann gesagt, .... ich hab de Franz hochglobt, .... dann hät der Mann zu mir gsagt, ja er macht als zuerst und frogt erst dann". (02:00)

 

 


Impressionen in Bild und Text von Franz Schmid, der mit  Wegpaten die Etappen gewandert ist

 


Wie kam ich zu den Wegepaten vom Kinzigtäler Jakobusweg ?
In Hausach Dorf sind die Pilger laufend in Richtung gerade aus, ins Hauserbachtal und nicht rechts ab auf den Pfarrberg gelaufen.
Nach telefonischer Rücksprache mit Wegpate Josef Storz, durfte ich
"hatte die Erlaubnis" dort ein Schild anbringen.
Da ich kein Wegpate war, holte ich noch Hartmut Wagner, Pate von Etappe 4 als erfahrenen Pate dazu.
So viel zu dem Thema Franz macht und dann fragt er erst.


Wandere durch dein Leben,
Schritt für Schritt,
geh nicht allein,
nimm Freunde mit.

 


Klaus Kofler sorgte für Materialnachschub, zwischen Schutterwald und Hausach, schneller als UPS.

War eines der vielen Kleinteile nicht mehr vorhanden, wurde es von Gerhard in Schutterwald erbettelt. Seine Frau Helga legte es bei der Firma Bäckerei Armbruster in die "Tour 6" und am anderen Morgen um 6 Uhr waren die Teile in Hausach in der Bäckerei Armbruster.


Erlebnis:
Kinzigtäler Jakobusweg tut gut, herzerfrischend, echt, pfadig und wild.

 

 


Etappe 2/1: Schenkenzell – Salzlecke
Martin Janetzko, auch Wegwart im SchwarzWaldVerein (SWV) Schenkenzell.
Als wir am Abend in St. Raman Hotel Adler müde ankamen und wegen Dunkelheit nicht nach Schenkenzell zurücklaufen konnten, setzten wir uns an die Hotelbar, bis uns Frau Janetzko abholte.
Trinkspruch:

Aufwärts – Vorwärts – Weg !

 

 


Etappe 2/2: Salzlecke – Wolfach
Rolf Armbruste brachte es auf den Punkt.
Die Schilder nach links oder nach rechts sollten die gleichen Maße bekommen wie die Schilder vom SWV. Sieht doch besser aus, oder ?
Natürlich Zuhause angefertigt und nochmal mit dem Auto zum jeweiligen Standort gefahren, um die Schilder anzubringen. Insgesamt sind durch solche Aktionen ca. 1200 km zusammen gekommen.

 

 


Etappe 5: Zell – Gengenbach
Hut ab vor Irmi Buchholz, es war die arbeitsintensivste Strecke.

Was diese Powerfrau in den letzten Jahren geleistet hat muss man gesehen haben. Gelbe Raute und Kandelweg weg vom Baum. Zusammen mit Jakobuszeichen auf eine längere Holzunterlage, sorgfältig mit Scheibchen und Plastikunterlagsscheibchen, Alunägel mit Metallunterlagsscheibchen gerade und nicht schräg aus 10 m Entfernung gepeilt, mit Alunägel an den Baum genagelt.
Alunägel dürfen nicht ganz eingeschlagen werden, der Baum wird ja noch dicker und das Schild wächst ein, so sind die Vorgaben von SWV.

Die Muschel zeigt nach oben, das heißt gerade aus.

Der Rücken auf dem Bild ist breit genug, für eine Werkbank, ist aber nur für kurze Schrauben gedacht.

 

Schwägerin Marlies Schmid war wunderfitzig, wie Frauen so sind. Das kann ich doch auch. Und tatsächlich, wenn wir diskutierten, hatte sie schneller eine Lösung als ich. Nach jeder Kreuzung, in Sichtweite ein Beruhigungszeichen, auf Sicht markieren, Alunägel verwenden und eine Mindesthöhe von ca. 2 m einhalten. Gestrüpp, was von unten heranwächst, verdecken die Schilder und muss entfernt werden.
Trotz Dauerregen haben wir durchgehalten. Marlies sagt wir sind keine Weicheier.

 

Pilger die nicht den Kinzigtäler Jakobusweg laufen, werden solche Augenblicke nicht erleben. Die Weilt ist voll kleiner Freuden, die Kunst besteht darin, sie zu sehen.

 

Enkel Theo, 14 Jahre, war Spezialist im Schilder kleben.



Flüchtling Maher aus Syrien und sein Betreuer Franz-Josef Wölfle
- Eingliederung
- Freizeit sinnvoll gestalten
- Pilgerwege verbinden Länder


Warum ich zuletzt am liebsten mir der Natur verkehre ist, weil sie immer recht hat und der Irrtum bloß auf meiner Seite sein kann (Goethe).

 

 


Etappe 6: Gengenbach – Schutterwald
Dann kam der Tag X, mit Werner Isenmann bin ich mit dem Fahrrad die Etappe abgefahren.
Auf dieser Etappe gab es andere Anforderungen wie bisher:
Verkehrsschilder, Straßenlaternen, Unterführungen, Straßenkreuzungen und 30° im Schatten.
Es war mehr wie ein Empfang, als wir in Langhurst bei Helga und Gerhard angekommen sind.


Man sollte dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen. Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.